Interconnecting Exile
Practices of Recollection, Intertextuality and Memory
in German language writing (19th–21st centuries)
Über das Projekt
UK-German Funding Initiative
in the Humanities 2026–2029
Im Mittelpunkt dieses Projekts steht ein neuartiges Verständnis von Exilliteratur: nicht nur wie bislang primär als Produkt spezifischer historischer und biografischer Kontexte, sondern auch als stark von vernetzten literarischen Praktiken geprägt. Diese Praktiken gehen über die unmittelbaren Umstände hinaus, unter denen ein Text verfasst wird, und verbinden verschiedene Ausdrucksformen des Exils über Zeit und Raum hinweg. Indem Exiltexte auf andere verweisen, überwinden sie die Brüche und Entwurzelungen, die das Exil definieren, und halten sie gleichzeitig vollständig sichtbar. Diese Verbindungen entstehen durch verschiedene literarische Praktiken und Erzählungen des Sammelns, durch Intertextualität und in multidirektionalen Formen der Erinnerung. Um einen neuen systematischen Ansatz für die Exilliteratur über Jahrhunderte hinweg zu etablieren, führt das Projekt Textkorpora vom 19. bis zum 21. Jahrhundert zusammen und zeigt, wie durch gemeinsame Motive, Erzählungen und Zitate Verbindungen entstehen. Das Projekt untersucht zudem kritisch digitale Methoden zur Erfassung und Visualisierung der vernetzten Eigenschaften literarischer Texte.
Das Projekt teilt sich in drei Teilprojekte:
Teilprojekt 1 untersucht die erste Hälfte des 19. Jahrhunderts als Epoche des literarischen Exils. Diese literaturhistorisch der Vormärz‑Bewegung zugeordneten Schriftsteller:innen gilt es erstmals systematisch als Exilautor:innen zu beschreiben und damit ein lange bestehendes Forschungsdesiderat für die Literaturgeschichte des 19. Jahrhunderts zu bearbeiten.
Teilprojekt 2 befasst sich mit den Schriften von Exilierten der NS-Zeit. Aufgezeigt werden die Bandbreite und Vielfältigkeit der intertextuellen Verweise in diesen Werken. Dabei befasst sich das Teilprojekt mit literarischen Texten einerseits und mit der Exilpublizistik andererseits. Insbesondere gilt es hier zu untersuchen, inwiefern die Beziehung von Exilautor:innen zum Kanon und zum Begriff des Kanonischen als verbindender – und damit definierender – Faktor in der Exilliteratur wirkte.
In Teilprojekt 3 wird von dem Befund ausgegangen, dass sich zunehmend eine neue deutschsprachige Exilliteratur herausbildet, die nicht wie zuvor durch Verfolgung und Flucht aus Deutschland geprägt wird, sondern für die deutschsprachige Länder selbst zum Schreibort von Autor:innen geworden sind, die aus Diktaturen und Krisenregionen etwa im Nahen und Mittleren Osten und in Osteuropa geflüchtet sind.
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Launch Event at the Exile Library of the University of Hamburg
We are launching the project on 6 May at 18:00 in the Exile Library of the University of Hamburg. Volya Hapeyeva will be reading from her work and presenting the “Exilautomat”. More details here.


„[…] bis die Exilerfahrungen der anderen zum Wasser für mein dürstendes Ich wurden.“
Rosa Yassin Hassan: Mein Name ist Flüchtling… (Brief an Hannah Arendt),
in: Die Zeit 3.12.2018











